Darknet: Erfahrungen Eurerseits

alter-falter

Junior Member
Habe in den Medien gelesen, dass der Amoktäter aus München im Darknet aktiv war.

was bringt einem das Darknet? Absolute Nichtverfolgung? Ähnlich wie VPN oder aber nur ein paralleles Net?

Wie kommt man da eigentlich rein. Und wie kann man sich das Darknet vorstellen?
 

gspelvin

Junior Member
Auch wenn das in den Medien aktuell so suggeriert wird: Es gibt nicht das Darknet. Ein Darknet ist gewissermaßen ein Peer to Peer Netzwerk, bei der die Verbindungen nicht automatisch hersgestellt werden, sondern explizit. D.h. in ein Darknet kommt man üblicherweise nur auf persönliche Einladung herein. Die Kommunikation erfolgt in der Regel verschlüsselt, die Teilnehmerzahl ist sehr beschränkt (weit weniger als 100) und Außenstehende wissen idealerweise nicht mal, dass das jeweilige Darknet überhaupt existiert.

Es gibt also nicht ein Darknet, sondern zu einem beliebigen Zeitpunkt eine Anzahl von Darknets gleichzeitig. Diese sind dann aber nicht anonym in dem Sinne, dass die Teilnehmer anynom wären, sondern die gesamte Kommunikation an sich ist versteckt, da Außenstehende idealerweise gar nicht wissen, dass das jeweilige Darknet existiert, und dort eine Kommunikation statt findet.
 

devzero

Junior Member
Über Erfahrungen kann ich nichts berichten, weil ich es nicht benutze und darin 0 Sinn sehe.

Meiner Meinung nach ist das Darknet (TOR) etwa so wie Apple. Pseudo-Anonymität und Sicherheit für Vollpfosten! Gerade wieder hochaktuell...

http://www.golem.de/news/tor-hidden-services-ueber-100-spionierende-tor-nodes-1607-122344.html
Das TOR Netzwerk verfolgt eben einen dezentralen Ansatz und kann daher per Definition theoretisch unterwandert werden. Dennoch hat es seine Daseinsberechtigung, diese Probleme sind ja bekannt und werden aktiv angegangen. Außerdem ist nach wie vor kein Fall bekannt, in dem das TOR Netz "geknackt" wurde, bisherige Angriffe haben Sicherheitslücken genutzt um Nutzer zu enttarnen. Auch wenn das Netzwerk theoretisch angreifbar ist und mit Sicherheit auch viele "Bad Nodes" da draußen sind - zu behaupten es wäre "für Vollpfosten" finde ich äußerst respektlos gegenüber der Community die - ohne daran zu verdienen - tausende TOR Nodes betreibt.

Es gibt auch keinen Grund das hier niederzureden, für den durchschnittlichen VPN Kunden dürfte TOR sowieso keine Alternative sein, da es viel zu langsam ist.
 
Last edited:

Nytro87

Junior Member
Letztes lief eine Doku über Silkroad. "Der Niedergang des Darknets" oder irgendwie sowas. Auch da müssen die Cops TOR irgendwie entschlüsselt haben. War echt spannend und bestätigt meine Meinung. Wenn sie wollen können sie alles, nur eine Frage der Zeit. Aber auch kein Wunder bei quasi unbegrenzten Budget der NSA.
 

Morbis55

Junior Member
Der Silkroad Gründer wurde durch die Verbindung zu seiner privaten Gmail Adresse enttarnt, nicht weil irgendetwas entschlüsselt wurde ...
Jeder hinterlässt Spuren. Allein schon durch Verhaltensweisen. Man kann User zB durch Mausbewegungen zuordnen. Es gibt genug Muster dieser Art.
Die perfekte Verschlüsselungen ist nur so gut wieder der User der sie nutzt.
 

devzero

Junior Member
Letztes lief eine Doku über Silkroad. "Der Niedergang des Darknets" oder irgendwie sowas. Auch da müssen die Cops TOR irgendwie entschlüsselt haben. War echt spannend und bestätigt meine Meinung. Wenn sie wollen können sie alles, nur eine Frage der Zeit. Aber auch kein Wunder bei quasi unbegrenzten Budget der NSA.
Genau wie Morbis55 schrieb, wurde der Silkroad Gründer mit normaler Ermittlungsarbeit hochgenommen, der hat sich anscheinend auch nicht gerade schlau angestellt. In nem anderen Fall hat das FBI Zahlungsströme überwacht und dann einen Hidden Service übernommen und Schadcode eingeschleust, also auch kein Angriff direkt auf das Netzwerk. Hier eine nette Zusammenfassung

 

bimbo

Member
"mit normaler Ermittlungsarbeit hochgenommen"

Bei Waffen- und Drogenkäufen kann das passieren, da die Ware ihren Empfänger kennen muss. So können Ermittlungbehörden z.B. fiktive Waffen und Drogen anbieten und bei Bekanntgabe der Anschrift oder bei persönlicher Übergabe zuschlagen, ganz ohne Hacking.

Aber das Darknet ist nicht ausschließlich ein Marktplatz für "Waren und Dienstleistungen aller Art". Auch um sich vor staatl. Repressionen oder Zensur zu schützen, kann man das Darknet nutzen.

Wenn das Darknet im Zusammenhang mit Terrorismus genannt wird, könnte das vielleicht ein Versuch sein, dieses zu dekreditieren. Wäre ne Möglichkeit ...
 

PP Frank

Staff member
In den meisten Fällen können Ermittler bei ECHTER Kriminalität den Weg des Geldes oder der Ware verfolgen. Ein Grund mehr warum die VDS schwachsinniger Bullshit ist, den niemand braucht
 

Alex

Active Member
Wer nach TOR googelt ist (glaube ich) im Visier der NSA.
Das stand auch mal irgendwo!
Hat das nicht sogar heise.de mal gepostet?!

TOR ist bestimmt nicht sicherer als ein VPN wie bei PP.
Wer weiß welche TOR-Server was loggen.
 

bimbo

Member
Du stellst dir vermutlich Männer in schwarzen Anzügen vor den Bildschirmen sitzend vor. Hollywood läßt grüßen?
 

klauspeter

New Member
Zur Anonymisierung (User->Tor->Internet) ist TOR einigermaßen brauchbar wenn es richtig verwendet wird.

Vom Content der 'Darknet' Seiten halte ich persönlich nicht viel. Die Erfahrungen die ich mit onion Seiten gemacht haben lassen sich im wesentlichen so zusammenfassen:
  • CP
  • Diverse Händler: CC Nummern, Paypal-Passwörter, Drogen etc.
  • Mehr CP
  • Ein paar wenige Seiten die informativen Content enthalten (für den es aber keinen ersichtlichen Grund gibt diesen im Darknet zu veröfentlichen)
i2p halte ich für ein sinnvolleres Netzwerk, da p2p freundlicher. Aber auch hier habe ich generell die selben Beobachtungen gemacht wie bei TOR.
 

moejoe

Member
TOR ist bestimmt nicht sicherer als ein VPN wie bei PP.
Wer weiß welche TOR-Server was loggen.

Benutze nie einen Singelpoint of Truth siehe auch ein Comment der Tor Entwickler über VPN:
https://trac.torproject.org/projects/tor/wiki/doc/TorPlusVPN


Niemand kann dir sagen, ob bei einer Bonusauszahlung nicht ein VPN Mitarbeiter schwach wird oder das er irgendwie unter Druck gesetzt wird. Aber das trifft wahrscheinlich auf nicht mal 1% der Fälle zu.

grüsse moejoe
 

kafka

Member
Persönlich nutze ich "das Darknet" überhaupt nicht.
Aber ich informiere mich regelmäßig bei Wikileaks über das aktuelle Weltgeschehen abseits von der sogenannten "freiesten Presse seit Jahrhunderten".

Aber nur via VPN (4-fache Kaskadierung), Neuro-Routing und TOR auf einer VM.
Paranoid und langsam - geschenkt. Macht mir nichts auch mal ein/zwei Minuten auf ein Dokument zu warten.
 
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