Vorratsdatenspeicherung nur noch begrenzt - wofür dann noch VPN?

zachary

Junior Member
Hallo, habe eine Frage bezüglich der Vorratsdatenspeicherung: da ja bekanntlich dieselbige von der EU gekippt wurde, speichern meines Wissens nach so gut wie alle Internet-Provider IP-Adressen gar nicht mehr oder nur noch bis zu 72h. Danach werden die Logs gelöscht, damit ist z.B. eine Woche später nicht mehr feststellbar, wer sich hinter einer IP verbirgt, es ließe sich nur noch grob feststellen, in welcher Region sich der Nutzer aufgehalten hat.

Sind meine Ausführungen soweit richtig? Ist es mit dieser Gesetzeslage überhaupt noch möglich für die berüchtigten Abmahnanwälte, anhand von IP-Adressen den Client zu ermitteln? So schnell können die doch gar keine Anfrage an den Provider senden, oder? Wo liegt dann noch der Sinn hinter VPN und Co.?
 

Dexter

Junior Member
Es ist richtig das es keine VDS mehr gibt. Jedoch speichen die Provider in der Regel für 7 Tage. Dies sind auch so die Empfehlungen. Auch gerade für Störungskontrollen usw. In dieser Zeit kan somit ein Anwalt die Daten erhalten. Die sind da ja meistens sehr schnell. Wieso man einen VPN braucht? Um z.B. Ländersperren auf div. Seiten zu umgehen. Ich nehme auch immer wieder dieses Beispiel mit dem Redtube Fall. Mit VPN kann dir so etwas nicht passieren. Auch auf anderen Sieten könnte es dir passieren, dass du angeblich illegal irgendwelche Daten runtergeladen hast usw. Mit einem VPN hat man somit keine Probleme mehr.
Meiner Meinung nach geht es auch meiem Provider nichts an, was ich im Internet mache und gerade div. Kabelanbieter drosseln ja doich gerne mal einige Protokolle bzw Seiten. Das kann man mit einem VPN schön umgehen.
 

zachary

Junior Member
Danke für die Antwort. Habe in einem Forum 72h gelesen, aber ich glaube dir mal. Ich selber benutze derzeit auch den VPN von PP, habe mich aber ehrlich gesagt mit der Sicherheitsfrage und der VDS erst im Nachhinein beschäftigt, deshalb meine Nachfrage. Gut, 7 Tage hört sich schon ganz anders an. Habe da noch eine technische Frage: ließe sich die IP auch durch Javascript-Erweiterungen im Browser bzw. Add-Ons ausfindig machen? Ich bin da ein absoluter Laie und habe irgendwo aufgeschnappt, dass eine Deaktivierung aller Erweiterungen empfohlen wird, da JS-Anwendungen Cookies speichern können, mit deren Hilfe man den Client eindeutig identifizieren kann. Wäre nett wenn ihr mir da kurz Auskunft geben könntet.
 

Dexter

Junior Member
Arbeite selber für einen DSL-Anbieter und wir speichern 7 Tage sowie auch die anderen ;)

So weit ich weiß, kann man über Flash und Java-Script die echte IP nicht auslesen, so lange du keinen DNS-Leak hast. Über Java könnte man die richtige IP auslesen auch wenn man über einen VPN verbunden ist. Einfach mal den DNS-Leak auf der PP Seite nutzen. Da wird dir angezeiogt ob du einen hast, oder nicht. Was ich gerne noch prüfe ist auf http://whoer.net/extended. Da kann man auch testen welche IP Adresse über Java Script und Flash ausgelesen wird. Wenn bei beiden Test die IP von PP drin steht, ist alles Ok.
 

Nexle

Junior Member
"Provider dürfen die IP-Adressen ihrer Kunden mindestens !!!!! sieben Tage speichern, auch wenn diese eine Flatrate haben. Dies entschied der Bundesgerichtshof jetzt abschließend."
https://www.lawblog.de/index.php/arc...sen-speichern/



ABER bei Rechtswidrigkeit, Missbrauchsverdacht, Betrugsverdacht, SPAM oder auch Kleinigkeiten können IP-Adresse problemlos 6 Monate gespeichert werden, das EuGH Urteil spielt hier keine Rolle, 6 Monate können ganz legal gespeichert werden
§ 100 Störungen von Telekommunikationsanlagen und Missbrauch von Telekommunikationsdiensten

"(3) Wenn zu dokumentierende tatsächliche Anhaltspunkte für die rechtswidrige Inanspruchnahme eines Telekommunikationsnetzes oder -dienstes vorliegen, insbesondere für eine Leistungserschleichung oder einen Betrug, darf der Diensteanbieter zur Sicherung seines Entgeltanspruchs die Bestandsdaten und Verkehrsdaten verwenden, die erforderlich sind, um die rechtswidrige Inanspruchnahme des Telekommunikationsnetzes oder -dienstes aufzudecken und zu unterbinden. Der Diensteanbieter darf die nach § 96 erhobenen Verkehrsdaten in der Weise verwenden, dass aus dem Gesamtbestand aller Verkehrsdaten, die nicht älter als sechs Monate !!!! sind, die Daten derjenigen Verbindungen des Netzes ermittelt werden, für die tatsächliche Anhaltspunkte den Verdacht der rechtswidrigen Inanspruchnahme von Telekommunikationsnetzen und -diensten begründen."

Die Regelung wird häufiger angewendet als ihr es erahnt. Ein VPN schützt nicht nur vor 7-Tagen. In einigen Fällen vor bis zu 6 Monaten IP-Logs! Wie schnell man in Verdacht gerät oder wie schnell der Provider aufgrund von Traffic meint es könnte ein Missbrauch vorliegen sollte bekannt sein. Immer vorsicht sein mit den 7 Tagen. Das ist nur der Anfang. Es geht wesentlich länger wenn der Provider irgendwo einen Missbrauch vermutet. Er darf einfach länger speichern und braucht dazu nicht irgendeinen Wisch vom Gericht. Das ganze ist komplett legal.

Tarnkappe.info redet mist. Mindestens 7 Tagen und wenn der Provider es möchte dann bis zu 6 Monaten OHNE irgendwelche Beschlüsse. Diese Praxis wird sehr häufig angewant.
 
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